Antrag zur Unterbindung von Gendering auf Webseiten von bezuschussten Institutionen

Kurzrede zum Gendering vom 25.06.2019 in Wöllershof:

Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Mitglieder des Bezirkstags,

In Ergänzung zum Antrag der AfD-Fraktion unter Top 12 möchte ich zur genaueren Klarstellung noch folgendes sagen.
Es gibt von der Seite der Sprachwissenschaftler eine Reihe von Einwänden am Gendering und die 6 wichtigsten sind folgende:
1) Das grammatische Geschlecht (Genus) hängt nicht vom biologischen Geschlecht (Sexus) ab bzw. die beiden Begriffe haben nichts miteinander zu tun,
2) Die vorgeschlagenen Änderungen mit Sternchen, Schrägstrichen, Unterstrich oder dem Binnen-I als Majuskel widersprechen der deutschen Orthographie,
3) Bei flektierten Formen, insbesondere im Genitiv, Dativ und Akkusativ Singular, sind die vorgeschlagenen Techniken des Gendering nicht mit der deutschen Grammatik vereinbar,
4) Gegenderte Texte sind, gleichviel in welcher Form, länger, schwerer lesbar oder beim Hören schwerer verstehbar,
5) „Geschlechtsneutrale“ Formen (z. B. „Studierende“ statt „Studenten“) haben eine andere Bedeutung,
6) Einige der vorgeschlagenen Formen sind nicht „geschlechtsneutral“. So ist bei Schreibweisen wie z.B. ProfessorInnen, Professor_innen oder Professor*innen die männliche Form nicht enthalten.
Da sich der Bezirk zu einem großen Teil auch für den Schutz und den Erhalt der Kultur und der Traditionen in der Region Oberpfalz – und dies auch unter dem Einsatz von Steuergeldern –
einsetzt, wäre es inkonsistent, die deutsche Sprache und Schrift in der Region nicht zu schützen und zu erhalten und diese stattdessen durch die Zulassung des „Gender-Gaga“ degenerieren zu lassen. Es kann nicht Sinn und Zweck von z.B. Jugendbildungsstätten sein, eine solche Entartung der deutschen Orthographie unter der Bezuschussung des Bezirks zu fördern. Auf dem Einladungsprospekt zum Wissenschaftstag „Gateway ländliche Räume“ sind solche Gender-Gaga-Schreibweisen übrigens auch zu finden. Die Mehrheit der Steuerzahler stimmt dem nicht zu. Schreibweisen, wie z.B. Referent_innen oder Referent*innen diskriminieren die maskuline Form. Aus diesen Gründen hat die AfD-Fraktion den Antrag gestellt, dass der Bezirk darauf hinwirken solle, dass solche Einrichtungen entweder von der Verbreitung solcher Schreibweisen bei der jungen Generation absehen oder auf Bezuschussungen verzichten. Wenn wir da nichts unternehmen meine D. u. H., dann muss sich der Bezirk in Zukunft den Vorwurf machen lassen, dass er den Gender-Gaga fördert. Die Kulturförderung des Bezirks würde daneben zu einer Heuchelei.
Ich bitte Sie daher höflichst, diese Überlegungen bei der Abstimmung über den Antrag mit einzubeziehen. Vielen Dank!

Anmerkung: Der Antrag wurde mit allen Stimmen, außer der Stimme der AfD-Fraktion abgelehnt.

Antrag: