Interview der Bad-Kötztinger Zeitung mit dem Vorsitzenden des AfD-Kreisverbandes SAD/CHAM

Interview der Bad-Kötztinger Zeitung vom 10.04.2019 mit Dr. Wolfgang Pöschl, dem Vorsitzenden des AfD-Kreisverbandes Schwandorf-Cham

Sehr geehrter Herr Pöschl, Die AfD als bürgerliche Partei steht immer wieder in der Kritik hinsichtlich rechten Gedankenguts. Daher und vor allem angesichts einer derzeitigen Entwicklung in der Region und einer von mir recherchierten Reportage, würde ich sie um eine Stellungnahme des Kreisverbands dazu bitten: Wie steht der AfD-Kreisverband der Partei III. Weg gegenüber? Mit freundlichen Grüßen, Dominik Altmann, Kötztinger Zeitung

Sehr geehrter Herr Altmann, entschuldigen Sie meine verspätete Antwort. Ich habe Ihre Anfrage nicht gleich gesehen. Natürlich beantworte ich Ihnen Ihre Fragen gerne, wie folgt: Die AfD ist eine liberal konservative Partei der bürgerlichen Mitte, die versucht, den derzeitigen politischen Fehlentwicklungen auf der Bundesebene und auf europäischer Ebene entgegen zu treten, in den Bereichen Euro- und Finanzen, Migration, Energie- und Umwelt aber auch Verbesserungen zu erzielen mit längst überfälligen Reformen bei Rente und Steuer. Ein wichtiges Hauptziel der AfD ist auch eine bürgernahe Demokratie mit Volksentscheiden nach dem Schweizer Modell. Die Kritik an der AfD hinsichtlich rechten Gedankengutes finde ich völlig überzogen und angesichts des voranschreitenden demokratiefeindlichen gewalttätigen Linksextremismus im Land – und auch hier in der Region – übergewichtet. Das hat meines Erachtens auch damit zu tun, dass ein Großteil der Pressevertreter eher dem Linken Gedankengut geneigt ist. In einem Abdriften nach links sehe ich die wirkliche Gefahr für dieses Land. Die AfD befindet sich derzeit in einem Reinigungsprozess von rechtem Gedankengut und rechtem Personal, soweit das in der Partei überhaupt existiert, bei dem eine klare Abgrenzung gegen Rechts angestrebt wird. Mit Parteien wie dem III. Weg wollen wir überhaupt nichts zu tun haben. Solche Parteien oder Organisationen vertreiben uns bloß die Wähler aus der bürgerlichen Mitte, was uns einer sachorientierten Umsetzung unserer Konzepte zur Erreichung der Ziele der Partei für die Bürger in den vorhin genannten Bereichen keinen Schritt näher bringen würde. Solche Gruppierungen repräsentieren nicht den Willen der Mehrheit der Bürger mit einer liberal konservativen – ja, auch patriotischen – Einstellung. Sie schaden der AfD und dem Land nur. MfG, Wolfgang Pöschl

Sehr geehrter Herr Pöschl, vielen Dank für Ihre ausführliche Stellungnahme. Mit freundlichen Grüßen, Dominik Altmann

Sehr geehrter Herr Pöschl, jetzt müsste ich noch eine Nachfrage stellen: Wie glauben Sie, lässt sich ein (extremer) Rechtsruck gerade im ostbayerischen Raum (entlang der ehemaligen Zonengrenze) durch etablierte/gemäßigte/bürgerliche Parteien verhindern/rückgängig machen lässt ? Danke

Sehr geehrter Herr Altmann, da müsste ich jetzt erst mal zurückfragen, woher Sie das mit dem “extremen Rechtsruck” nehmen? Haben Sie etwas in den letzten Wahlergebnissen davon gesehen? Gibt es aktuelle Ereignisse, die darauf hindeuten? Diese rechten Parteien, wie z.B. der III Weg sind doch nach wie vor stimmenmäßig unbedeutend. Wenn Sie dazu keine Daten und Beweise vorlegen können, dann würde ich sagen, dass wir eher einen Linksextremismus in der Region verspüren. Das war schon bei der Landtagswahl ganz offensichtlich festzustellen. Ich habe 3 Strafanzeigen gegen linksextremistische Gewalt stellen müssen. Die Hetze geht neben der Antifa z.T. sogar von der SPD aus, die sich anders nicht mehr zu helfen weis, weil sie zur Bedeutungslosigkeit schrumpft. Die Propaganda zur rechtsextremistischen Gewalt wird doch inzwischen von den Verlierern in Umfragen und Wahlen systematisch organisiert. Die Antifa wird z.T. mit Steuergeldern unterstützt. Die erinnert mich sehr an die Schlägertruppen der SA damals in den 30ern. Es muss mit aller Gewalt nun der Zentralplanungsstaat Europa her. “Vaterland” ist zu einem rechtsextremen Begriff verkommen. Das wird ein ökonomisches Desaster, so wie überzogener Sozialismus und Kommunismus schon immer in den Untergang geführt haben. Die AfD ist doch erst wegen dieser EuroZwangsbeglückungspolitik gegründet worden. Bitte legen Sie mir also die Daten vor, die den “extremen Rechtsruck” in Ostbayern belegen. Wenn die Leute die Schnauze voll haben vom Migrationsdesaster, vom Euro-Rettungsdesaster und vom Energiewendedesaster oder von der überzogenen EU-Regulierung oder von Indoktrination Links-Grüner Ideologien an Schulen, dann ist das doch kein Rechtsruck. Es ist doch das legitime Recht eines jeden Bürgers, sein Land, seine Kultur, seinen Wohlstand und seine nationale Identität zu wahren. Solche Interessen werden heute als rechtsextremistisch bezeichnet. Da ist eine totale Verschiebung des Vokabulars bis in die Idiotie. Es steht ein Euro-Crash bevor – und genau aus den Gründen aus denen die AfD gegründet wurde. Das lässt sich vorausberechnen. Ich verweis dazu zum Beispiel auf Dr. Markus Krall – ein Finanzexperte in Risikomodellen, so wie ich selbst – “Wenn Schwarze Schwäne Junge kriegen”. “The black swan” ist ein Begriff aus der Fachwelt der Kreditrisiken. Krall hat die aktuelle Lage sehr treffend analysiert. Es wird leider dieses Land gegen alle Warnungen von Wirtschaftsexperten derzeit voll gegen die Wand gefahren. Und wer sich dagegen wehrt ist ein Rechtsextremist. Wir erleben nicht nur einen wirtschaftlichen Niedergang sondern leider auch einen geistig moralischen. Der deutsche Michel ist psychisch krank geworden und leidet an einem autoregressiven Präsuizidalsyndrom. Er guckt immer vor lauter Angst nach rechts und fällt links den Abgrund hinunter, weil er nicht hinguckt. MfG, Wolfgang Pöschl

Hallo Herr Pöschl, Danke schon mal für diese Einlassung. Was den extremen Rechtsruck angeht: ich muss sagen, bei uns im östlichen Landkreis ist es durchaus so, dass sich der 3. Weg breit macht (kann das nicht eindeutig mit Zahlen belegen, da so eine Untersuchung erst stattfinden müsste. Allerdings kann ich mich aufgrund meiner Beobachtungen das schon abschätzen, denk ich – bin ja aus der Gegend und bin vereinstechnisch sehr integriert).

Es ist deutlich, dass hier die Bereitschaft “ganz rechts” zu wählen, deutlich höher ist, als jetzt beispielsweise Richtung Cham. Bei uns im ostbayerischen spielt meiner Meinung nach noch die Geschichte als “Zonenrandlage” eine Rolle, was sich wiederum mit einer Untersuchung eines befreundeten Sozialempirikers deckt. MfG Dominik Altmann

Sehr geehrter Herr Altmann, immer wieder gern …. Bin letztes Jahr vor der LTW als Kandidat mal vom 3. Weg kontaktiert worden. Wir haben uns aber von diesen Leuten sofort klar distanziert. Seitdem habe ich hier in der Region nichts mehr gehört von rechtsextremen Leuten. Diese Partei ist und bleibt lächerlich unbedeutend. Ist die Zeit nicht Wert, da pressemäßig irgend etwas draus zu drehen. Der Landkreis Cham wird über den 3. Weg keinen Russlandfeldzug starten. Die Zeiten sind längst vorbei. MfG, W.P.

Sehr geehrter Herr Pöschl, vielen Dank für ihre ausführlichen Antworten!

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